Lernzettel: Stehende Wellen, Licht und Laser
Physik Kursstufe – Klausurvorbereitung
So benutzt du diesen Lernzettel: Jedes Kapitel enthält die Kernaussagen, die Formeln und ein durchgerechnetes Beispiel. Am Ende findest du eine kompakte Formelübersicht, die wichtigsten Konstanten und eine Checkliste zum Selbsttest.
Inhalt
- Grundgrößen von Wellen
- Interferenz
- Stehende Wellen
- Reflexion am festen und am losen Ende
- Eigenschwingungen einer Saite
- Stehende Schallwellen im Rohr – Kundt'sches Rohr
- Welle im Kasten – das gemeinsame Prinzip
- Hertzscher Dipol
- Elektromagnetisches Spektrum
- Photonen: Energie von Lichtquanten
- Das Wasserstoffspektrum
- Absorption und Emission
- Der Drei-Niveau-Laser
- Eigenschaften von Laserlicht
- Laserlicht am Doppelspalt
- Formelübersicht, Konstanten, Checkliste
1 Grundgrößen von Wellen
Eine Welle ist eine sich im Raum ausbreitende Schwingung. Sie transportiert Energie, aber keine Materie.
- Transversalwelle: Schwingungsrichtung senkrecht zur Ausbreitungsrichtung (Seil, Saite, elektromagnetische Wellen).
- Longitudinalwelle: Schwingungsrichtung parallel zur Ausbreitungsrichtung (Schall in Luft).
| Größe | Zeichen | Einheit | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Wellenlänge | m | Abstand zweier benachbarter Punkte gleicher Phase | |
| Periodendauer | s | Dauer einer vollständigen Schwingung | |
| Frequenz | Hz = 1/s | Anzahl der Schwingungen pro Sekunde | |
| Ausbreitungsgeschwindigkeit | m/s | Geschwindigkeit, mit der sich die Welle ausbreitet | |
| Amplitude | m | maximale Auslenkung |
Merke: Geht eine Welle in ein anderes Medium über, bleibt die Frequenz gleich. Ausbreitungsgeschwindigkeit und Wellenlänge ändern sich.
2 Interferenz
Superpositionsprinzip: Treffen Wellen aufeinander, addieren sich ihre Auslenkungen an jedem Ort. Anschließend laufen die Wellen ungestört weiter.
Entscheidend ist der Gangunterschied , also der Unterschied der Wegstrecken, die zwei Wellen bis zu einem Punkt zurücklegen.
| Interferenz | Bedingung | Ergebnis |
|---|---|---|
| konstruktiv | Wellen gleichphasig → Verstärkung | |
| destruktiv | Wellen gegenphasig → Auslöschung |
Voraussetzung: Nur kohärente Wellen erzeugen ein stabiles Interferenzmuster. Kohärent heißt: gleiche Frequenz und eine zeitlich feste Phasenbeziehung.
3 Stehende Wellen
Entstehung: Zwei Wellen mit gleicher Frequenz und gleicher Amplitude laufen einander entgegen. Meist ist das eine Welle und ihre eigene Reflexion. Durch Interferenz entsteht eine stehende Welle.
- Knoten (K): Orte, die ständig in Ruhe sind (dort herrscht immer destruktive Interferenz).
- Bäuche (B): Orte mit maximaler Amplitude .
| laufende Welle | stehende Welle | |
|---|---|---|
| Amplitude | überall gleich () | ortsabhängig: 0 im Knoten, im Bauch |
| Phase | wandert mit der Welle | zwischen zwei Knoten schwingen alle Punkte gleichphasig, benachbarte Abschnitte gegenphasig |
| Energietransport | ja | nein (Energie pendelt nur hin und her) |
| Momentaufnahme | Wellenberge wandern | Form „pulsiert“ auf der Stelle, Knoten bleiben fest |
Zur Vertiefung: Für eine nach rechts und eine nach links laufende Welle gilt
mit und . Der Ort bestimmt die Amplitude, die Zeit die Schwingung.
Überlagerung mehrerer stehender Wellen: Eine reale Saite schwingt meist gleichzeitig in der Grundschwingung und in mehreren Oberschwingungen. Diese stehenden Wellen überlagern sich. Die Grundschwingung bestimmt die Tonhöhe, die Mischung der Oberschwingungen die Klangfarbe.
4 Reflexion am festen und am losen Ende
| festes Ende | loses Ende | |
|---|---|---|
| Beispiele | Saite am Steg, Seil an der Wand, Luftsäule am geschlossenen Rohrende | freies Seilende, Luftsäule am offenen Rohrende |
| Reflexion | mit Phasensprung um : Ein Wellenberg kommt als Wellental zurück | ohne Phasensprung: Ein Wellenberg kommt als Wellenberg zurück |
| am Ende entsteht | Knoten | Bauch |
Merkregel: Festes Ende → Knoten. Loses Ende → Bauch.
5 Eigenschwingungen einer Saite (z. B. Gitarrensaite)
Eine Saite ist an beiden Enden fest eingespannt. Deshalb liegen an beiden Enden Knoten. Es sind nur stehende Wellen möglich, bei denen eine ganze Zahl halber Wellenlängen auf die Saite passt:
- : Grundschwingung (Grundton),
- : Oberschwingungen (Obertöne). Ihre Frequenzen sind ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz.
- ist hier die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle auf der Saite, nicht die Schallgeschwindigkeit in Luft.
So ändert man die Tonhöhe:
- Saite kürzer machen (Finger auf einen Bund) → kleiner → größer → höherer Ton.
- Saite stärker spannen → größer → höherer Ton.
- Dickere, schwerere Saite → kleiner → tieferer Ton.
Rechenbeispiel: Die tiefe E-Saite einer Gitarre hat eine schwingende Länge von und einen Grundton von .
- Wellenlänge der Grundschwingung:
- Ausbreitungsgeschwindigkeit auf der Saite:
-
- Oberschwingung: ,
6 Stehende Schallwellen im Rohr – Kundt'sches Rohr
Schall in Luft ist eine Longitudinalwelle. Wir beschreiben sie über die Schnelle, also die Schwingungsbewegung der Luftteilchen:
- geschlossenes Ende = festes Ende → Schnelleknoten (die Luft kann sich an der Wand nicht bewegen)
- offenes Ende = loses Ende → Schnellebauch
- Wo die Luftteilchen ruhen (Schnelleknoten), schwankt der Druck am stärksten (Druckbauch). Am Schnellebauch liegt ein Druckknoten.
Das Kundt'sche Rohr: Ein waagerechtes Glasrohr enthält ein feines, leichtes Pulver (z. B. Korkmehl). Ein Lautsprecher regt die Luftsäule an. Bei passender Frequenz bildet sich eine stehende Welle. Das Pulver wird an den Schnellebäuchen aufgewirbelt und sammelt sich in den Schnelleknoten. Der Abstand zweier benachbarter Pulverhäufchen beträgt . Damit lässt sich die Schallgeschwindigkeit bestimmen: .
| Rohrtyp | Enden | Bedingung | Eigenfrequenzen | mögliche Töne |
|---|---|---|---|---|
| beidseitig offen | B … B | alle Vielfachen von | ||
| beidseitig geschlossen | K … K | alle Vielfachen von | ||
| einseitig geschlossen | K … B | nur ungerade Vielfache von |
(; = Schallgeschwindigkeit in Luft, bei 20 °C etwa )
Zeichnerische Lösung – Schritt für Schritt
- Enden prüfen: Am geschlossenen Ende ein K eintragen, am offenen Ende ein B.
- Bausteine kennen: Zwischen einem Knoten und dem nächsten Bauch liegt immer genau . Zwischen zwei Knoten (oder zwei Bäuchen) liegt .
- Grundschwingung: Die Rohrlänge mit möglichst wenigen Abschnitten füllen, sodass K und B immer abwechseln und beide Enden stimmen.
- Oberschwingungen: Jeweils ein weiteres Knoten-Bauch-Paar einfügen. Die Enden bleiben dabei unverändert.
- Hüllkurven zeichnen: Zwischen den markierten Punkten Sinusbögen einzeichnen (durchgezogen und gestrichelt gespiegelt). Knoten sind die Schnittpunkte, Bäuche die Stellen größter Öffnung.
- Ablesen: Die Viertelwellenlängen im Rohr abzählen. Daraus bestimmen und mit die Frequenz berechnen.
Rechenbeispiel: Ein Rohr der Länge ist an einem Ende geschlossen ().
- Grundschwingung: ,
- nächste Eigenschwingung: ,
- Ein gleich langes offenes Rohr hätte .
7 Welle im Kasten – das gemeinsame Prinzip
Wird eine Welle zwischen zwei Begrenzungen „eingesperrt“, läuft sie hin und her und überlagert sich mit sich selbst. Nur bestimmte Wellenlängen ergeben eine stabile stehende Welle. Das sind die Eigenschwingungen (Resonanzen) des Kastens. Welche Wellenlängen möglich sind, legen die Randbedingungen fest, also was an den Wänden sein muss (Knoten oder Bauch).
Für zwei gleichartige Wände (K–K oder B–B) gilt immer:
| System | Welle | Ränder | Bedingung |
|---|---|---|---|
| Gitarrensaite | Querwelle auf der Saite | K – K | |
| offenes Rohr | Schallwelle | B – B | |
| einseitig geschlossenes Rohr | Schallwelle | K – B | |
| Hertzscher Dipol | Stromwelle im Leiter | Strom: K – K | Grundschwingung |
| Laser-Resonator | Lichtwelle zwischen zwei Spiegeln | K – K | ( sehr groß) |
Merke: Je kleiner der Kasten, desto kleiner die möglichen Wellenlängen und desto höher die Frequenzen.
8 Hertzscher Dipol
Der Hertzsche Dipol ist ein gerader Metallstab, in dem elektrische Ladungen hin- und herschwingen. Er ist der Grundbaustein jeder Antenne und zeigt, wie elektromagnetische Wellen entstehen.
Stehende Welle im Dipol
- Der Stab wird in der Mitte periodisch angeregt. Stromwellen laufen zu den Enden und werden dort reflektiert.
- An den Enden kann kein Strom weiterfließen. Dort liegt also ein Stromknoten.
- Es entsteht eine stehende Welle im Leiter. Die Grundschwingung passt genau als halbe Wellenlänge auf den Stab:
| Mitte des Dipols | Enden des Dipols | |
|---|---|---|
| Stromstärke | Bauch | Knoten |
| Ladung, Spannung | Knoten | Bäuche (entgegengesetzt geladen) |
Strom und Ladung sind zeitlich um versetzt:
- Sind die Enden maximal aufgeladen, fließt gerade kein Strom. Die Energie steckt im elektrischen Feld zwischen den Stabhälften.
- Eine Viertelperiode später fließt der Strom maximal. Die Energie steckt im magnetischen Feld, das ringförmig um den Stab verläuft.
Wie entsteht die elektromagnetische Welle?
- Die Ladungen im Dipol werden ständig beschleunigt und abgebremst. Elektrisches und magnetisches Feld ändern sich dadurch periodisch.
- Ein sich änderndes elektrisches Feld erzeugt ein magnetisches Feld, und ein sich änderndes magnetisches Feld erzeugt ein elektrisches Feld. Die Felder halten sich gegenseitig aufrecht.
- Die Feldlinien des elektrischen Feldes schnüren sich vom Dipol ab und bilden geschlossene Schleifen. Diese Felder lösen sich vom Stab und breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit in den Raum aus.
Eigenschaften der abgestrahlten Welle (im Fernfeld)
- , und beide stehen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung: Die Welle ist transversal.
- und schwingen in Phase.
- schwingt parallel zum Dipol: Die Welle ist linear polarisiert.
- Am stärksten strahlt der Dipol senkrecht zu seiner Achse. In Richtung der Stabachse strahlt er nicht.
- Nachweis: Ein gleich langer Empfangsdipol mit Glühlämpchen leuchtet am hellsten, wenn er parallel zum Sendedipol steht. Dreht man ihn um 90°, verschwindet der Empfang.
Rechenbeispiel: Ein Dipol soll Wellen mit abstrahlen. , also .
9 Elektromagnetisches Spektrum
Alle elektromagnetischen Wellen breiten sich im Vakuum mit aus. Sie unterscheiden sich nur in Wellenlänge und Frequenz und damit in der Energie ihrer Photonen.
| Bereich | Wellenlänge (ca.) | Beispiele |
|---|---|---|
| Radiowellen | über 1 m | Rundfunk, Hertzscher Dipol |
| Mikrowellen | 1 mm – 1 m | Mikrowellenherd, WLAN, Radar |
| Infrarot (IR) | 700 nm – 1 mm | Wärmestrahlung, Fernbedienung |
| sichtbares Licht | 400 nm – 700 nm | Farben von Violett bis Rot |
| Ultraviolett (UV) | 10 nm – 400 nm | Sonnenbrand, Desinfektion |
| Röntgenstrahlung | 10 pm – 10 nm | medizinische Durchleuchtung |
| Gammastrahlung | unter 10 pm | radioaktiver Zerfall |
Sichtbares Licht (Richtwerte):
| Farbe | violett | blau | grün | gelb | orange | rot |
|---|---|---|---|---|---|---|
| in nm | 400 – 450 | 450 – 490 | 490 – 570 | 570 – 590 | 590 – 620 | 620 – 700 |
Merke: Kurze Wellenlänge bedeutet hohe Frequenz und energiereiche Photonen. Violettes Licht ist energiereicher als rotes, UV energiereicher als sichtbares Licht.
10 Photonen: Energie von Lichtquanten
Licht gibt Energie nicht beliebig, sondern nur in festen Portionen ab: den Photonen (Lichtquanten). Die Energie eines Photons hängt nur von der Frequenz ab:
- (Plancksches Wirkungsquantum)
- Elektronenvolt:
| 400 nm (violett) | 700 nm (rot) | |
|---|---|---|
| Photonenenergie |
Rechenbeispiel: Ein grüner Laser hat .
11 Das Wasserstoffspektrum
Das Elektron im Wasserstoffatom kann nur bestimmte Energien annehmen, die Energieniveaus:
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | ∞ | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in eV | −13,6 | −3,40 | −1,51 | −0,85 | −0,54 | −0,38 | 0 |
- ist der Grundzustand, höhere sind angeregte Zustände.
- Das negative Vorzeichen bedeutet: Das Elektron ist gebunden. Bei ist es frei.
- Ionisierungsenergie aus dem Grundzustand: .
Übergang von einem höheren Niveau auf ein tieferes Niveau : Die Energiedifferenz wird als ein Photon abgegeben.
| Endniveau | Bereich | Beispiel |
|---|---|---|
| Ultraviolett | 2 → 1: 10,2 eV, 122 nm | |
| sichtbar (4 Linien) | 3 → 2: 656 nm (rot) | |
| Infrarot | 4 → 3: 1875 nm |
Rechenweg für eine Spektrallinie:
- Energien der beiden Niveaus berechnen.
- bilden (positiver Wert).
- In Joule umrechnen:
- und berechnen (oder direkt ).
Rechenbeispiel (4 → 2): (mit m/s genau 486 nm) → blaugrüne Linie, sichtbar.
12 Absorption und Emission
Absorption: Ein Photon wird nur dann absorbiert, wenn seine Energie genau einer Energiedifferenz im Atom entspricht (). Das Elektron springt dann auf das höhere Niveau. Fällt weißes Licht durch Wasserstoffgas, fehlen im Spektrum genau diese Wellenlängen: Es entstehen dunkle Absorptionslinien, und zwar an denselben Stellen wie die hellen Emissionslinien. (Ausnahme: Photonen mit mehr als der Ionisierungsenergie können das Elektron ganz herauslösen.)
Spontane Emission: Ein angeregtes Atom fällt nach kurzer Zeit (typisch etwa ) von selbst in ein tieferes Niveau zurück und sendet dabei ein Photon aus. Richtung und Phase des Photons sind zufällig. So leuchten Glühlampen, Leuchtstoffröhren und Gasentladungen.
Stimulierte (induzierte) Emission: Ein Photon mit genau der passenden Energie trifft auf ein bereits angeregtes Atom. Es löst dabei die Emission eines zweiten, identischen Photons aus. Das auslösende Photon wird nicht absorbiert, sondern fliegt weiter.
| spontane Emission | stimulierte Emission | |
|---|---|---|
| Auslöser | zufällig, von selbst | eintreffendes Photon passender Energie |
| Ergebnis | 1 Photon | 2 Photonen (auslösendes + neues) |
| Richtung, Phase, Polarisation | zufällig | identisch mit dem auslösenden Photon |
| Licht | inkohärent (Lampe) | kohärent, verstärkt (Laser) |
13 Der Drei-Niveau-Laser
LASER = Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation, also Lichtverstärkung durch stimulierte Emission.
Das Problem: Normalerweise sind fast alle Atome im Grundzustand. Ein Photon wird dann viel eher absorbiert, als dass es eine stimulierte Emission auslöst. Für eine Verstärkung müssen mehr Atome im angeregten Zustand als im Grundzustand sein. Das nennt man Besetzungsinversion. Mit nur zwei Niveaus ist sie nicht erreichbar, weil Pumpen und stimulierte Emission sich dann die Waage halten.
Ablauf im Drei-Niveau-Laser
- Pumpen (): Energie wird von außen zugeführt, z. B. durch eine Blitzlampe. Die Atome werden vom Grundzustand auf das Pumpniveau angehoben.
- Strahlungsloser Übergang (): ist sehr kurzlebig. Die Atome gehen sehr schnell und ohne Lichtaussendung auf über. Die Energiedifferenz wird als Wärme an das Material abgegeben.
- Besetzungsinversion: ist metastabil, also vergleichsweise langlebig (etwa Millisekunden). Die Atome sammeln sich dort an. Ist mehr als die Hälfte der Atome in , gilt .
- Stimulierte Emission (): Ein zufällig spontan ausgesandtes Photon mit löst bei anderen angeregten Atomen stimulierte Emission aus. Es entsteht eine Lawine identischer Photonen. Das ist das Laserlicht.
Merke: Die Pumpenergie ist größer als die Energie der Laserphotonen . Laserlicht ist deshalb immer langwelliger als das Pumplicht.
Der Resonator
- Das aktive Medium liegt zwischen zwei parallelen Spiegeln.
- Ein Spiegel reflektiert fast 100 %. Der andere ist teildurchlässig (z. B. 98 % Reflexion). Durch ihn tritt ein kleiner Teil des Lichts als Laserstrahl aus.
- Das Licht läuft viele Male hin und her und wird bei jedem Durchgang durch stimulierte Emission weiter verstärkt.
- Nur Photonen, die genau entlang der Achse laufen, bleiben im Resonator und werden verstärkt. Schräg laufende Photonen verlassen das Medium seitlich. Das erklärt die starke Bündelung.
- Im Resonator bildet sich eine stehende Lichtwelle mit Knoten an den Spiegeln.
Beispiel: Der Rubinlaser (erster Laser, 1960) ist ein Drei-Niveau-Laser. Er wird mit grünem und blauem Licht einer Blitzlampe gepumpt und strahlt rotes Licht mit aus.
14 Eigenschaften von Laserlicht
| Eigenschaft | Bedeutung | Ursache |
|---|---|---|
| monochromatisch | Nur eine einzige, sehr scharf definierte Wellenlänge (Farbe) | Alle Photonen stammen aus demselben Übergang , und der Resonator verstärkt nur passende Wellenlängen |
| kohärent | Alle Wellenzüge haben eine feste Phasenbeziehung, räumlich und zeitlich | Stimulierte Emission erzeugt Photonen mit identischer Phase |
| stark gebündelt | Sehr geringe Aufweitung des Strahls | Nur achsenparallele Photonen werden im Resonator verstärkt |
| hohe Intensität | Viel Leistung auf kleiner Fläche | Bündelung und Verstärkung |
Sicherheit: Nie in einen Laserstrahl oder seine Reflexion blicken. Auch schwache Laser können die Netzhaut schädigen.
15 Laserlicht am Doppelspalt
Aufbau
Laserlicht fällt auf zwei schmale Spalte im Abstand . Auf einem Schirm im Abstand entsteht ein Muster aus hellen und dunklen Streifen.
Qualitative Herleitung
- Huygens-Prinzip: Jeder Spalt wirkt als Ausgangspunkt einer neuen Kreiswelle (Elementarwelle).
- Kohärenz: Beide Spalte werden von derselben Laserwellenfront getroffen. Die beiden Elementarwellen starten daher gleichphasig.
- Gangunterschied: Zu einem Punkt P auf dem Schirm legen die beiden Wellen verschieden lange Wege zurück. Der Wegunterschied ist der Gangunterschied .
- Interferenz: Ist ein ganzzahliges Vielfaches von , treffen Berg auf Berg: heller Streifen (Maximum). Ist ein ungeradzahliges Vielfaches von , trifft Berg auf Tal: dunkler Streifen (Minimum).
- In der Mitte ist . Dort liegt immer das helle Hauptmaximum (). Nach außen folgen abwechselnd Minima und Maxima, symmetrisch zu beiden Seiten.
Formeln
Da der Schirm weit entfernt ist (), laufen beide Strahlen praktisch parallel.
Für den Winkel zum -ten Maximum gilt am Schirm: ( = Abstand des -ten Maximums von der Mitte).
Kleinwinkelnäherung: Für kleine Winkel (etwa ) gilt:
Merke: Größere Wellenlänge → Streifen weiter auseinander. Größerer Spaltabstand → Streifen enger zusammen. Größerer Schirmabstand → Streifen weiter auseinander.
Rechenbeispiel: Ein roter Laser () beleuchtet einen Doppelspalt mit . Der Schirm steht entfernt. Das 2. Maximum liegt also von der Mitte entfernt. (Kontrolle: , die Kleinwinkelnäherung ist erfüllt.)
Warum Laserlicht?
- Kohärent: Nur mit fester Phasenbeziehung zwischen beiden Spalten entsteht ein stabiles, gut sichtbares Muster.
- Monochromatisch: Bei nur einer Wellenlänge liegen alle Maxima an genau einer Stelle. Mit weißem Licht entstehen farbige, verschwimmende Streifen, weil jede Farbe ihre Maxima an einer anderen Stelle hat.
- Hohe Intensität und Bündelung: Das Muster ist auch auf einem weit entfernten Schirm hell genug.
16 Formelübersicht
| Thema | Formel |
|---|---|
| Wellengleichung | , |
| Saite (fest–fest) | |
| Rohr offen–offen / geschlossen–geschlossen | |
| Rohr einseitig geschlossen | |
| Hertzscher Dipol (Grundschwingung) | |
| Photonenenergie | |
| Wasserstoff: Energieniveaus | |
| Laser | |
| Interferenz | konstruktiv: , destruktiv: |
| Doppelspalt (Kleinwinkel) | , |
Konstanten
| Größe | Wert |
|---|---|
| Lichtgeschwindigkeit im Vakuum | |
| Plancksches Wirkungsquantum | |
| Elementarladung | |
| Elektronenvolt | |
| Schallgeschwindigkeit in Luft |
Achtung, Verwechslungsgefahr: Der Buchstabe steht in der Atomphysik für die Elementarladung, beim Doppelspalt für den Schirmabstand. ist je nach Aufgabe die Lichtgeschwindigkeit, die Schallgeschwindigkeit oder die Wellengeschwindigkeit auf einer Saite. Immer prüfen, welche Welle gemeint ist.
Checkliste: Kann ich …
- erklären, wie eine stehende Welle aus zwei gegenläufigen Wellen entsteht?
- laufende und stehende Wellen in mindestens drei Punkten unterscheiden?
- sagen, was am festen und am losen Ende passiert (Phasensprung, Knoten oder Bauch)?
- Eigenfrequenzen einer Saite berechnen und erklären, wie man die Tonhöhe ändert?
- für ein offenes und ein einseitig geschlossenes Rohr die stehenden Wellen zeichnen und Knoten und Bäuche eintragen?
- erklären, wie man mit dem Kundt'schen Rohr die Schallgeschwindigkeit bestimmt?
- begründen, warum in einem „Kasten“ nur bestimmte Wellenlängen möglich sind?
- Strom- und Ladungsverteilung im Hertzschen Dipol skizzieren und die Länge zu einer Frequenz berechnen?
- erklären, wie sich eine elektromagnetische Welle vom Dipol ablöst, und ihre Eigenschaften nennen?
- die Bereiche des elektromagnetischen Spektrums ordnen und den sichtbaren Bereich angeben?
- mit zwischen Wellenlänge, Frequenz und Photonenenergie umrechnen (in J und eV)?
- Energieniveaus des Wasserstoffatoms berechnen und die Wellenlänge eines Übergangs bestimmen?
- Absorption, spontane und stimulierte Emission unterscheiden?
- das Funktionsprinzip des Drei-Niveau-Lasers mit allen Fachbegriffen erklären (Pumpen, strahlungsloser Übergang, metastabil, Besetzungsinversion, stimulierte Emission, Resonator, teildurchlässiger Spiegel)?
- die Eigenschaften monochromatisch und kohärent erklären und begründen?
- das Interferenzmuster am Doppelspalt qualitativ herleiten?
- mit der Kleinwinkelnäherung Wellenlängen und Streifenabstände berechnen und prüfen, ob die Näherung erlaubt ist?